Rundgang durch die Kirche

Grundriss

 

Bei einem Rundgang durch diese alte Kirche ist unendlich viel zu entdecken, nur weniges kann hier in Kürze angesprochen werden.

 

Schauen wir zunächst einmal vom Mittelschiff aus in den Chorraum der Kirche. Der Hochaltar (17. Jh.) wird flankiert von den Figuren der hll. Lambertus, Apollinaris, Thomas und Pankratius. Das Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert (die Aufsätze sind leider zerstört) erinnert an das Kanonikerstift. An der linken Säule am Eingang des Chorraumes steht das alte Gnadenbild "Maria vom Siege" 1100; vor diesem Bild war um 1407 in der benachbarten Kreuzherrenkirche eine Marienbruderschaft, später eine Rosenkranzbruderschaft gegründet worden. Seit der Schließung der Kreuzherrenkirche und der damit verbundenen Übertragung des Gnadenbildes nach St. Lambertus wird der Rosenkranz auch heute noch täglich hier gebetet.

 

An der gegenüberstehenden Säule eine aus dem 15. Jahrhundert stammende Holzplastik unseres Pfarrpatrons, des hl. Bischofs und Märtyrers Lambertus.

 

Dort, wo früher (vor 1634) ein Lettner den Chorraum der Stiftsherren vom Kirchenschiff der Laien trennte, steht heute der Zelebrationsaltar (1978, Karl Matthäus Winter, Limburg) mit dem Schrein (1665) des Stadtpatrons St. Apollinaris. Die Gebeine des Heiligen wurden 1383 nach Düsseldorf gebracht. Schon bald wurde der Märtyrerbischof von Ravenna als Schutzpatron Düsseldorfs verehrt.

 

Gehen wir nun rechts am Chorraum vorbei, so sehen wir an den Außenwänden des Chorraumes die ersten sieben Stationen des Kreuzweges, den der Limburger Bildhauer Karl-Matthäus Winter zwischen 1960 und 1966 aus Alabaster geschaffen hat. Neben dem Sakristeieingang sehen wir Reste der ursprünglichen Bemalung der Kirche. Das Bild der Thronende Gottesmutter stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts und wird der Malerschule Stephan Lochners in Köln zugeschrieben. Daneben die Fresken zeigen die hl. Margareta und das Martyrium des hl. Reinold. Im Gewölbe der Kirche sind an dieser Stelle einige der alten Fresken freigelegt worden. Das Bild des Hl. Jakobus erinnert daran, dass St. Lambertus bereits zur Zeit der Erbauung eine Pilgerkirche gewesen ist.

 

Im Chorumgang stehen die letzten vier Altäre der Düsseldorfer Zünfte.

 

Im ersten Altar (Schreiner-Zunft) ein gotischer Holzschrein (15. Jahrh.) mit Gebeinen des hl. Pankratius.

 

Der zweite Altar (Bäcker- und Brauerzunft) zeigt ein Bild der “Schmerzensmutter” Maria. Im Altartisch eine Darstellung: “Christus im Grab”.

 

In der Achse des Chorumgangs steht das Grabmal für Herzog Wilhelm V., genannt ”der Reiche”. Dieses hervorragende Kunstwerk der Renaissance aus schwarzen Marmor und Alabaster wurde von dem Kölner Bildhauer Gerhard Scheben 1596-99 errichtet. In der darunter ausgehobenen Fürstengruft sind einige Angehörige des Hauses Berg und seiner Nachfolger beigesetzt.

 

Links neben dem Grabmal befindet sich in einer Wandnische ein Reliquiar (um 1900), das Reliquien unseres Pfarrpatrons, des hl. Bischofs und Märtyrers Lambertus enthält.

 

Unmittelbar daneben ist der Altar der Goldschmiede mit dem in St. Lambertus seit jeher hochverehrten Gnadenbild ”Maria in der Not” (1334). In allen Gottesdiensten betet die Gemeinde bei den Fürbitten: ”Bitte für uns, Maria in der Not; die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen!”; an jedem Samstagmorgen wird in einer hl. Messe all der Anliegen gedacht, die im Laufe der Woche vor das Gnadenbild getragen wurden.

 

Links neben diesem Altar steht der ”Altar der Schneiderzunft”. Bekrönt wird er von einer Darstellung des hl. Martin, des Patrons der Schneider.

 

Das wertvollste Kunstwerk der Kirche ist zweifellos das ”Sakramentshaus”, das am nordöstlichen Chorpfeiler bis hoch ins Gewölbe aufragt, ”durch seinen ornamentalen Schmuck und seinen Figurenreichtum das bedeutendste derartige Werk des Niederrheins” (Clemen). An der linken Seite des Sockels befindet sich ein Löwe mit einem Wappenschild. Dies zeigt eine der ältesten Darstellungen des "Düsseldorfer Stadtwappens", den gestürzten Anker (noch ohne den bergischen Löwen).

 

Daneben schließen sich an der nördlichen Außenmauer des Chorumgangs die weiteren sieben Stationen des Kreuzweges von Karl-Matthäus Winter an.

 

Die Kirche war seit jeher Begräbnisstätte gewesen; davon zeugen die verschiedenen Grabplatten im Fußboden des Gotteshauses. K.M.Winter schuf die Grabplatten der beiden Priestergräber. Die erste für den Bischof von Danzig, Msgr. Dr. Carl Maria Splett. Nach seiner Vertreibung aus Danzig wurde Düsseldorf ihm zur zweiten Heimat. Am 5. März 1964 wurde er in den himmlischen Frieden heimgeholt.

 

Die zweite Grabplatte erinnert an Dechant Heinrich Schmitz, der von 1954-1966 Pfarrer der St. Lambertus-Gemeinde war und auf deren Wunsch in der Kirche beigesetzt wurde (+ 12.8.1966).

 

In der Mitte des nördlichen Seitenschiffs steht der Taufstein aus dem 15. Jahrhundert. K.M.Winter schuf 1977 den Bronzedeckel, der den Schöpfungsbericht (Gen.1) darstellt.

 

An der Nordwand hängen zwei Tryptichon der Rosenkranzbruderschaft von 1528 und 1679. Diese Gemälde hingen früher in der Krauzherrenkirche und erinnern an die Rosenkranzbruderschaft, die, dort gegründet, im Zuge der Säkularisation 1812 nach St. Lambertus übertragen wurde.

 

An der Westseite der Kirche, vorbei an der Christophorus-Figur aus dem 16. Jahrhundert, befindet sich in einer von K.M.Winter 1975 geschaffenen Stele die ”Pieta”, das Bild der Schmerzensmutter, die ihren toten Sohn auf dem Schoß hält. Maria steht hier stellvertretend für die Mütter der ganzen Welt in ihrem Leid.

 

Zum Schluss unseres Rundgangs noch ein Wort zu den Fenstern der Kirche:

 

Der Grundgedanke für die Gestaltung und Anordnung der Fenster war von Pfarrer Heinrich Schmitz den Künstlern Prof. Vinzens Pieper, Berlin, und Ludwig Baur, Telgte, vorgegeben: ”Das Kommen und die Vollendung des Gottesreiches”

 

Der Fensterzyklus beginnt mit dem Schöpfungsfenster (über der Pieta), setzt sich in den vier alttestamentlichen Fenster der Nordseite und den Rosenkranzgeheimnissen in den Fenstern der Südseite und über dem Nordausgang fort. Das Wachsen des Gottesreiches ist dargestellt in den Heiligen des ”Bäckerfensters” (gestiftet 1961 von der Düsseldorfer Bäckerinnung) und des ”Schützenfensters” (1961 vom St. Sebastianus-Schützenverein von 1316 gestiftet). Die Vollendung wird angedeutet im ”Michaelsfenster” über der Kreuzigungsgruppe an der Westseite der Kirche.

 

Das Hauptportal von St. Lambertus wurde Anfang der sechziger Jahre von Prof. Ewald Mataré aus Büderich b. Düsseldorf entworfen und von der Düsseldorfer Kunstgießerei Schmäke gegossen. Das Portal hat als Thema das Christuswort: ”Ich bin die Tür”. Im Hauptteil zeigt es die Heimkehr des verlorenen Sohnes zum Vater. Das Kruzifix im runden Bogen des Portals deutet darauf hin, dass der verlorene Sohn, der als Vertreter seiner Menschenbrüder zum himmlischen Vater heimkehrt, Jesus Christus selbst ist. Die Herzenswunde des Gekreuzigten ist das große Tor, durch welche alle heimkehren können.

 

Vom Turm der St. Lambertus-Basilika erklingt seit Mai 1987 ein imposantes siebenstimmiges Bronzegeläut. Als Fundament des Geläutemotivs wurde die Tonfolge ”Christ ist erstanden” gewählt. Von den alten Glocken der Kirche sind nur noch zwei kleine Bronzeglocken erhalten, die aber nur solistisch geläutet werden können.

 

Im Januar 1999 wurde die große Turmorgel eingeweiht. Mit 54 Registern ist diese Orgel im französisch-romantischen Stil von der Österreichischen Orgelbaufirma Rieger erbaut worden. Die Chororgel (Orgelbau Rieger, 22 Register) wurde im September 2004 eingeweiht. Internationale Orgelkonzerte bringen (jeden 1. Montag im Monat um 19.30 Uhr - siehe: Termine) die kostbaren Instrumente auch außerhalb der Gottesdienste zum erklingen.

 

Natürlich wird die St. Lambertus-Basilika in der Düsseldorfer Altstadt von Hunderten von Touristen besucht und bewundert - als Sehenswürdigkeit.

 

Aber sie ist vor allem eine Kirche. Haupt- und Mutterkirche der Landeshauptstadt Düsseldorf. Ein Ort für den Gottesdienst, das Gebet und die Besinnung. Ein Zeichen der Gegenwart Gottes unter uns Menschen.

 

Viele Menschen kommen nach St. Lambertus, um still zu beten, um Gott zu danken und Ihn zu loben.

 

Gott gebe ihnen Geleit in ihrem Alltag!

Hermann J. Richartz, 2012