Altstadt | St. Maximilian:Verabschiedung von Pfarrer Hubert Doods

Ein ungewöhnlicher Weg zum Priester
Wie fängt man denn da an, wenn man über einen Priester wie Hubert Doods mit begrenztem Platz in den pfarrlichen Medien berichten möchte? Man braucht eben Platz und Zeit, um so ein Lebenswerk mit seinen vielen Wirkungsstätten nur annähernd vorzustellen.
In seiner Ausbildungszeit befasste er sich mit dem Studium im Sozialwesen, davor mit dem Beruf als Koch und später mit Theologie und Philosophie. Am 05.07.1981 feierte Hubert Doods seine Primiz in seiner Heimatgemeinde in Südlohn, nachdem er 1979 sein Theologie- und Philosophiestudium an der Uni Bonn abgeschlossen hatte. 1980 wurde er mit fast 37 Jahren zum Diakon und ein Jahr später, am 26.06.1981, im Dom zu Köln zum Priester geweiht. Ein Spätberufener, wie man sagt.
Man kann diese vielfältigen Facetten seiner Interessen in der Metapher eines Handfächers aufspannen. Mit einem Fächer lassen sich Blickwinkel und Seiten darstellen, und da gibt es vieles zu betrachten und zu würdigen.
Jugend, Begegnungen und europäische Verständigung
In den 80er-Jahren kam er als Kaplan und als Pfarrer in Düsseldorf mit Prälat Johannes Bastgen, dem damaligen Stadtjugendseelsorger, in Kontakt. Familie Bastgen/Neuhäuser ist „in der Max“ bestens bekannt. Johannes Bastgen und Hubert Doods arbeiteten eng zusammen bei Aktionen und in Projekten zur deutsch-polnischen Verständigung. Sie waren aktiv in der internationalen Jugendbegegnung im Adalbertuswerk, das mit dem Katholischen Jugendamt und den katholischen Jugendverbänden die Aktion Ost-West unterhielt. Junge Menschen wurden aufgefangen und Begegnungen unter jungen Menschen ermöglicht. Europäische Friedensfragen rückten ins Blickfeld der Bildungsarbeit.
1995 wurde Hubert Doods der Nachfolger von Prälat Bastgen als Stadtjugendseelsorger und BDKJ-Präses und vernetzte die katholische Jugendverbandsarbeit in eine partnerschaftliche Aufbauhilfe und gemeinsame Bildungsarbeit, u. a. auch zwischen jungen Menschen in der ehemaligen DDR und der BRD.
Auch ich fuhr damals mit zu sogenannten Touristenausflügen in die ehemalige DDR mit Prälat Johannes Bastgen und lernte Menschen und ihre Lebenssituation aus einer anderen Perspektive kennen und wie man sich als Christ und Christin darin bewegen konnte. Danach waren meine Einstellungen verändert und erweitert, was Freiheit und Verantwortung in einer Demokratie bedeutet und wie wichtig kirchliche Gemeinschaften sind.
Der Weg der Kirche war eine Frage der Haltung, angetrieben von Nächstenliebe, Hoffnung, Zuversicht, geteiltem Glauben im Leben und gesellschaftlicher Teilhabe über errichtete Grenzen hinweg.
Nah bei den Menschen
Wer ist dieser Mensch, der die Welt bereiste und die Menschen in ihren alltäglichen Lebenssituationen und Lebenslagen wahrnahm? Ein Ermöglicher, der Menschen begegnete mit Geselligkeit und großartiger Kochkunst. Er verschaffte Menschen Arbeit, indem er ihre Talente wahrnahm, erwarb ihre künstlerischen Werke und verfügt über ein beträchtliches kunsthistorisches Wissen. Mit seinen Kochkünsten hat er ganze Generationen von pastoralen Kolleginnen und Kollegen und Ehrenamtlichen begeistert.
Zur Zeit seines Wirkens in der Jugendbildungsstätte St. Swidbert, wo er direkt unterhalb der Jubi inmitten eines Naturschutzgebietes wohnte, fanden wir einen reflektierten Menschen, der später auch in der Supervision und in der Krankenhausseelsorge nah bei den Menschen war. Viele junge Menschen hat er in der Jubi-Kapelle getraut, und wir kennen uns vielfach noch heute untereinander, die wir dort in der Jubi ein christliches Zuhause hatten. Da durften auch die Servitinnen nicht fehlen, die dort ihr Kloster nebenan hatten.
Kunst, Musik und die weite Welt
Hubert Doods hat sich ein qualitätsvolles Leben durch viele menschliche Begebenheiten und Begegnungen geschaffen, und er ließ uns daran teilhaben. Er spielt Orgel und Klavier und hat ein musikalisches Talent. Er liebt seine Blumen und Pflanzen, und er hat gerne im Garten mitgestaltet. Nach dem Eintritt in den Ruhestand (2013) engagierte er sich auch weiterhin ehrenamtlich bei der Armenküche und bei der Missionale in Düsseldorf.
Er ist ein Kunstkenner und Weltenbummler, solange das Auto von ihm gesteuert werden konnte. Er ist ein Teil des Wirkens von Misereor und unterstützt viele Projekte in der Welt. Er baute eine Stiftung auf und ehrt damit zugleich einen Menschen, den er hingebungsvoll gepflegt hat. Er ist das, was wir einen Multiplikator in Kirche und Gesellschaft nennen.
„Von Mensch zu Mensch“ – ein Abschied
Er schenkt anderen seine Aufmerksamkeit und hat vielfache Wertschätzung und Anerkennung erhalten, denn er hat uns gezeigt, wie man reflektiert und zupackend ohne große Worte den Menschen nahe ist und wie sich am Reich Gottes auf Erden bauen lässt. Seine theologisch kraftvollen Auslegungen des Evangeliums in der 12-Uhr-Messe „in der Max“ konnten von diesen vielfältigen Facetten, seinen weitgespannten Interessen und seiner Lebenserfahrung profitieren.
Dieser Münsterländer macht nicht viele Worte, aber er macht „sein Ding“. Der Rheinländer in ihm bringt seine eigene Frohnatur und Lebenskunst dazu, und so entsteht ein ganz unverwechselbares Lebenswerk von Pfr. Hubert Doods.
Nun feiert er als Hauptzelebrant zum letzten Mal am 27.09.2026 die 12-Uhr-Messe mit uns „in der Max“.
Ein großer Dank gilt Dir, lieber Hubert, aus der Gemeinde St. Lambertus und besonders „von Mensch zu Mensch“. Gottes reicher Segen möge Dich stets auf all Deinen Wegen begleiten.
Stellvertretend für viele von uns:
Deine Fee (Felizitas) Marx