Ganz nah darf man dabei sein, wenn Maria um ihren toten Sohn trauert. In dieser Pietà-Darstellung eines rheinischen Bildhauers aus dem 15. Jahrhundert ist dieser intime Moment in Stein festgehalten. Ihr Schmerz ist unter dem Schleier versteckt und doch für alle sichtbar. Er ist ihr ins Gesicht gemeißelt.
Maria wird zum Anlaufpunkt für alle, die trauern und Leid zu tragen haben.
1974 entwarf Karl Matthäus Winter die Stele: vier Reliefs zeigen das Leid der Mütter heute — Bethlehem-Kindermord, Vietnamkrieg, Dürre in Afrika, Geburt eines Kindes — mit einem Osterlamm am Rand. Im Inneren finden sich die Marterwerkzeuge der Passion (Speer, Lanze, Geißelsäule, Hahn) sowie das Gewand Christi. Leben, Tod, Trauer und Freude sind alle aufgehoben in der Darstellung der Trauernden Maria um ihren Sohn.







