Maria als devote Dienerin oder kleine Magd? Nein—hier wirkt sie wie eine Superheldin. Sie steht auf Wolken, von Halbmond und wehendem Gewand, Mantel und Schleier eingefasst, und zertritt mit einem festen Fuß eine zähnefletschende Schlange, deren Maul weit geöffnet ist und Bedrohung ausstrahlt. In ihrem Arm hält sie das Jesuskind, dessen kurzes, welliges Haar und der lockere Schurz Ruhe und Bewegtheit zugleich vermitteln. Beide in einer dynamischen, doch entspannten Körperhaltung – als ob Mut und Schutz Hand in Hand gehen.
Während sie auf diese Weise fast als übermenschliche Supermom inszeniert wird, wirken ihre Gesichtszüge hingegen sehr menschlich, weich und nah. Sie relativieren die fast göttliche Darstellung. Maria bleibt Mensch.
Nach der Explosion eines Pulver-Turms in unmittelbarer Nähe der Kirche 1634 musste der Hochchor neu gestaltet werden. So entstand ein barocker Hochaltar nach Plänen von Michael Cagnon. Als Mittelpunkt des Altares findet sich schließlich die um 1720 gefertigte Madonna aus der Schule des Gabriel de Grupello. Die etwa 160 cm hohe Figur ist aus Holz geschnitzt, monochrom gefasst und vergoldet.







